Bruterfolg des Neuntöters in Bolken
Im Sommer 2025 wurde im Gebiet des Feuchtbiotops im Bolkner Oberdorf erstmals eine erfolgreiche Brut des Neuntöters festgestellt. Das Brutpaar mit seinen Jungvögeln wurde zufällig bei einem Spaziergang entdeckt und fotografiert.
Der Brutnachweis gelang in einer Hecke, die im März 2021 von einigen Mitgliedern des NVV Etziken in Zusammenarbeit mit dem Pächterpaar und dem Amt für Raumplanung gepflanzt worden war. Damit konnte bereits wenige Jahre nach der Pflanzung ein bedeutender Erfolg für die Förderung dieser spezialisierten Vogelart verzeichnet werden.
Bemerkenswert ist, dass der Neuntöter trotz des noch jungen und wenig dichten Heckengehölzes geeignete Brutbedingungen vorfand. Der Standort liegt in einer insgesamt eher monotonen Landschaft. Als entscheidender Vorteil des Brutplatzes dürfte die direkt angrenzende Buntbrache gewirkt haben, die dem Neuntöter ein reichhaltiges Nahrungsangebot bietet.
Der festgestellte Bruterfolg zeigt eindrücklich, dass gezielte Massnahmen zur Strukturaufwertung in der Landschaft wirksam sind und zur Wiederansiedlung anspruchsvoller Vogelarten beitragen können. In den vergangenen Jahrzehnten wurde der Neuntöter in der Region lediglich während des Frühjahrs- und Herbstzugs beobachtet. Der aktuelle Brutnachweis ist daher ein wichtiger Meilenstein und eine grosse Freude für den lokalen Naturschutz. Erlebnisbericht von Hanspeter Aeschlimann
Mürgelibrunnen im Bundesinventar
Grosse Freude auch beim NVV Deitingen: Nicht nur könnten die Mitglieder und Gäste im Dezember 50 Jahre Pflege des Naturreservats Mürgelibrunnen durch den Verein feiern, auch wurde das Gebiet neu im Bundesinventar der Flachmoore von nationaler Bedeutung verzeichnet.
Neue Präsidien
Beim NV Subingen hat Colette Ingold das Amt der Präsidentin übernommen, nachdem der Verein lange Zeit von Ruth und Bruno Dick geführt wurde. Auch beim NVV Gunzgen gab es einen Wechsel. Dort hat Hanspeter Keller das Amt von Daniel Steiner übernommen.
Der Fischotter ist zurück im Kanton Solothurn
Nach mehr als 90 Jahren gibt es im Kanton Solothurn wieder Hinweise auf einen Fischotter. Am Aareufer bei Selzach entdeckte ein sogenannter Otter-Spotter des nationalen Monitoring-Programms im Januar charakteristische Spuren im Schnee. Still und unbemerkt hat sich das scheue Tier offenbar wieder angesiedelt. Der Fischotter galt in der Schweiz seit 1989 als ausgestorben. Dank Schutzmassnahmen und verbesserter Lebensräume nehmen die Bestände in vielen Teilen Europas jedoch wieder zu – und auch in der Schweiz werden vereinzelt Tiere nachgewiesen. Weitere Informationen: prolutra.ch
Der Eisvogel ist Vogel des Jahres 2026
Im Oktober stimmte die Schweiz zum zweiten Mal über den Vogel des Jahres ab. Fünf Vogelarten der Fliessgewässer standen zur Wahl, und rund 18 700 Personen beteiligten sich an der Abstimmung. Besonders spannend war das Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Eisvogel und Wasseramsel. Am Ende gewann der Eisvogel knapp mit 30,47 % der Stimmen vor der Wasseramsel mit 30,19 %. Es folgen Gebirgsstelze (16,37 %), Flussregenpfeifer (12,56 %) und Uferschwalbe (10,4 %).
Der Sieg des Eisvogels dürfte viele freuen: Kaum ein heimischer Vogel ist so farbenprächtig. Auch seine spektakuläre Jagd fasziniert – blitzschnell taucht er kopfüber ins Wasser und kehrt mit einem Fisch zurück. Doch der Eisvogel ist in der Schweiz bedroht. Verbaute Flüsse und Bäche haben seinen Lebensraum stark eingeschränkt. BirdLife Schweiz setzt sich deshalb seit Jahren mit gezielten Massnahmen wie dem Bau von Eisvogelwänden und politischer Arbeit für naturnähere Gewässer für seinen Schutz ein. Ein Porträt und einen Kurzfilm findet ihr unter www.birdlife.ch/eisvogel
Massiver Biodiversitätsrückgang in Schweizer Wiesen
Der starke Rückgang der Biodiversität im Landwirtschaftsland ist für viele Menschen mit Erinnerungen an die 1950er- und 1960er-Jahre offensichtlich. Damals waren Insekten- und Pflanzenvielfalt deutlich grösser. Belastbare Daten dazu fehlten jedoch lange, da das nationale Biodiversitätsmonitoring erst seit 2001 läuft.
Ein historisch einmaliger Datensatz, von Agroscope entdeckt, ermöglicht nun erstmals einen Blick weiter zurück: Pflanzenerhebungen aus den Jahren 1884 bis 1931 an 277 Standorten wurden von einem Forschungsteam der ZHAW erneut erhoben – nach exakt derselben Methode. Das Ergebnis ist alarmierend: Schweizweit ging die durchschnittliche Zahl der Pflanzenarten in Wiesen und Weiden um 26 % zurück. Im Mittelland beträgt der Verlust sogar 40 %, in den Alpen über 2000 m ü. M. noch 11 %.
Diese Zahlen zeigen, dass der Biodiversitätsverlust nicht erst in den letzten Jahrzehnten begann. Bereits zwischen 1950 und 1980 leitete die Agrarrevolution mit Kunstdünger, Pestiziden, intensiver Fütterung und grossen Maschinen das Ende der vielfältigen, kleinstrukturierten Landwirtschaft ein.
S. Widmer et al. (2025) in: Global Change Biology. doi.org/10.1111/gcb.70529
Tier des Jahres: Der Igel – stacheliger Nachbar in Not
Der Braunbrustigel (Erinaceus europaeus) ist wohl eines der bekanntesten Wildtiere Europas. Doch der nachtaktive Insektenfresser findet leider immer geeigneten Lebensraum mit ausreichend Nahrung und Unterschlupf: Versiegelte Flächen, monotone Gärten, Mähroboter und der Einsatz von Pestiziden setzen ihm zu. Auch der Strassenverkehr wird dem wandernden Einzelgänger oft zum Verhängnis. Als Tier des Jahres steht der Igel stellvertretend für viele bedrohte Arten im Siedlungsraum. Dabei kann ihm leicht geholfen werden: Naturnahe Gärten, Laubhaufen, Durchgänge in Zäunen und der Verzicht auf Giftstoffe schaffen lebenswichtige Rückzugsorte. Deshalb ruft Pro Natura mit dem Tier des Jahres 2026 dazu auf, Gärten, Grünanlagen, Friedhöfe und Parks igelfreundlich zu gestalten und zu pflegen.
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