Jahresbericht der Beobachtungs- und Beringungsstation Subigerberg
Reservat Brunnersberg
Traditionell startete die „Saison“ mit dem jährlichen Pflegeeinsatz am Ostersamstag im kantonalen Naturreservat. Unter der Leitung von Thomas Bürki wurden zusammen mit dem Jagdverein Gänsbrunnen Gebüschgruppen zurückgestutzt und das auf der Weide aufkommende Junggehölz (vor allem Weissdorne) und Rosenschosse entfernt. Ein Rundgang im Spätsommer machte einen zusätzlichen Neophyten-Einsatz erforderlich. Ab Mitte Oktober wurde mit Unterstützung des NVV Deitingen im Davallseggenried die Sumpfwiese gemäht, welche eine erfreuliche Zunahme von Wollgras und Davalls Segge zeigt.
Seit 1974 werden im Naturreservat Brunnersberg und auf dem Subigeberg die Brutvögel kartiert. Bemerkenswert waren die 14 Reviere des Neuntöters im Kartiergebiet Subigerberg/Binzberg. Das ist der höchste Wert der vergangenen Jahrzehnte. Ab 2026 wird die Finanzierung der Kartierung mit einer Leistungsvereinbarung mit dem Amt für Raumplanung neu aufgestellt.
Sanierung auf der Station
Bereits vor der Herbstaktion war reger Betrieb auf dem Subigerberg. Im Stationsgebäude aus dem Jahre 1974 mussten die sanitären Einrichtungen ersetzt werden. Dank grosszügigen Spenderinnen und Spendern und dem Einsatz von Handwerksbetrieben konnte die Badsanierung pünktlich vor Aktionsbeginn abgeschlossen werden.
Beobachtungs- und Beringungsaktion 2025
Vom 27. September bis 24. Oktober wurden erneut vier Wochen lang Zugvögel beringt und beobachtet. Als verantwortliche Beringerinnen und Beringer waren Jacques Laesser, Thomas Lüthi, Barbara Schlup und Sara Oakeley im Einsatz. Erstmals wurden die vier Beringungs- und Beobachtungswochen durch eine reine Beobachtungswoche ohne Beringungsaktivitäten vom 25.-30. Oktober unter der Leitung von Patrick Frara ergänzt. Rund 50 freiwillige Helferinnen und Helfer leisteten einen wertvollen Beitrag zur internationalen Vogelzugforschung. Insgesamt wurden 1’240 Individuen neu beringt. Bei den Beringungen stachen Buntspechte (8) und Mittelspechte (3) hervor. Beide Arten profitieren von einer naturnahen Waldbewirtschaftung, die ihre Bestände in der Schweiz wachsen lässt. Ein besonderes ornithologisches Highlight war die Beringung eines Gelbbrauenlaubsängers – erst der dritte Nachweis dieser sibirischen Art in 57 Jahren auf dem Subigerberg. Die langjährigen Ergebnisse wurden bis jetzt nur teilweise ausgewertet und publiziert. Diese Arbeiten wurden 2025 angegangen. Die Daten sind nun weitgehend bereinigt und ausgewertet. Im Jahr 2026 sollte eine Publikation der Beobachtungs- und Beringungsergebnissen vorliegen.
Erstmals wurden die Beobachtungen direkt mit Tablets erfasst und automatisch in eine öffentliche Datenbank (trektellen.nl) hochgeladen. Diese neue Methode erlaubt künftig noch präzisere Auswertungen zu Schwarmgrössen und Durchzugszeiten. Während 315 Beobachtungsstunden wurden 126‘246 Zugvögel beobachtet. Die häufigsten Arten waren der Buch- und Bergfink (55’665 und 16'610 Individuen), der Erlenzeisig (12’695) und die Ringeltaube (10’691). Unter den besonderen Beobachtungen finden sich Rohrweihen (7), Kornweihen (3), Merline (2), Fischadler (1), Bekassinen (3), eine Waldschnepfe und zwei Steinadler – ein eindrücklicher Beleg für die Vielfalt, die der Subigerberg jedes Jahr bietet.
Auch das öffentliche Interesse war gross: 590 Besucherinnen und Besucher liessen sich die Faszination des Vogelzugs erklären, darunter mehrere Gruppen, die das gemeinsame Angebot von BirdLife Solothurn und dem Naturpark Thal nutzten.
Allen Mitarbeitenden ein grosses Dankeschön für das Engagement für den Subigerberg!
Barbara Schlup / Thomas Lüthi
Beobachtungs- und Beringungsergebnisse
Für die Unterstützung bei der Sanierung des Bads danken wir herzlich: Urs Esslinger und Rolf Gugelmann sowie esslinger Schreinerei Olten, Spenglerei Richard Luterbach, Roth Martin Wangen bei Olten, Käppeli Böden Winznau, Peter Arnet und René Gugelmann
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