Fitis

Die Grundkurs-Initiative bei BirdLife Solothurn

BirdLife Solothurn hat dank hervorragend ausgebildeter Ornithologinnen und Ornithologen sowie vieler erfahrener Exkursionsleitender über Jahre eine hohe Kompetenz in der Umweltbildung aufgebaut. Die Aus- und Weiterbildung in Ornithologie, Ökologie und Naturschutz ist eine unserer Aufgaben, die der Vorstand auch für die kommenden Jahre als Schwerpunkt festgelegt hat. Die Basis dafür bilden die Grundkurse in unseren Sektionen, den örtlichen Naturschutzvereinen.

Die Grundkurse in den Sektionen sind unser Startpunkt

Viele unserer Mitglieder und Vorstandsmitglieder haben einst einen Grundkurs Ornithologie oder Botanik, oder den Feldornithologiekurs besucht. Die meisten unserer kenntnisreichen Vogel- und Naturkennerinnen und -kenner sind in ihren Naturschutzvereinen verankert. Dort wecken und verstärken sie das Interesse an Naturthemen. Dort entstehen Begeisterung und Engagement für die Natur - und oft auch für die Mitarbeit im Natur- und Vogelschutzverein.

In den Sektionen liegt deshalb eine wichtige Kompetenz für die Grundkurse. Dieses wertvolle Engagement für die Umweltbildung in den Gemeinden führen wir mit weiterführenden Kursen auf kantonaler Ebene fort. Die Grundkurse sind damit auch ein wichtiges Scharnier zwischen den Sektionen und dem Kantonalverband.

Der Kursrhythmus und das passende Timing

Der Kursrhythmus beim VVS/BirdLife Solothurn hat sich auf vier Jahre eingependelt: Auf den über zwei Jahre laufenden Feldornithologiekurs FOK folgt der zwei Jahre dauernde kombinierte Exkursionsleitungskurs/FOK 2. Im Januar 2027 startet wieder ein Feldornithologiekurs. Um mit einem gut besetzten FOK viele Interessierte begrüssen zu können, haben wir das Ziel gesetzt, unsere Sektionen zu motivieren, im Jahr 2026 Grundkurse anzubieten. Wer dort neu von der Ornithologie begeistert wird, kann anschliessend direkt in den FOK einsteigen und seine Kenntnisse vertiefen.

Wie gewinnen wir Sektionen für die Durchführung eines Grundkurses?

Bereits früh war klar, dass in Balsthal und im Gäu ein Grundkurs stattfinden würde. Auch in der Naturregion Laufenthal-Thierstein sollte ein Kurs starten. Doch wie können wir Sektionen gewinnen, die schon länger keinen Grundkurs mehr angeboten haben oder in denen geeignete Kursleitende fehlen? Eine ganze Kursreihe mit Theorieabenden und Exkursionen zu planen, auszuschreiben und durchzuführen und gleichzeitig genügend Leitende zu finden, ist eine anspruchsvolle Aufgabe.Wie können wir diese Hürden abbauen und Sektionen, die selbst keine Kursleitung stellen können, gezielt unterstützen?

Mit verschiedenen Kurs-Varianten wollen wir den unterschiedlichen Möglichkeiten und Bedürfnissen der Sektionen gerecht werden:

  • Standard-Opteryx-Kurs: 14-16 Termine mit Theorieabenden und Exkursionen
  • Kürzere Kurse: 5-10 Termine: beispielsweise mit einem Fokus auf die Lebensräume Wald und Siedlung
  • Flexibler Kursstart: Kurse können auch in der zweiten Jahreshälfte beginnen, beispielsweise im April oder August, und die Wasservögel erst im Winter behandeln.
  • Komplettpaket: Durchführung eines Grundkurses als Gesamtpaket für und mit der Sektion, gemeinsam mit einer externen Organisation und Leitung Das Engagement unseres Vorstands, in den Vereinen und insbesondere von Michel Hänggi von Libernatur hat sich gelohnt:

Im laufenden Jahr finden 8 Grundkurse statt - in Balsthal, im Gäu, in Zuchwil (bereits abgeschlossen), in Laufenthal-Thierstein, in Solothurn, Grenchen, Bucheggberg und Schönenwerd (ab August/September).

Welches sind realistische und faire Kursgelder?

Im Verlauf der Organisation der Grundkurse stellte sich auch die Frage, wie diese finanziell aufgestellt sein sollen.Die Kursgelder werden von den Sektionen festgelegt. Die unterschiedlichen Preise führten dabei immer wieder zu Fragen und Diskussionen. Beim Vergleich muss allerdings stets auch die Anzahl der Kurstermine berücksichtigt werden.

Unserer Recherche zeigt: Die Sektionen im Kanton Solothurn bieten einerseits einige der günstigsten Kurse der Schweiz an - rund 15-18 Franken pro Teilnehmende und Anlass. Andererseits gehören sie mit sechs bis acht Kursblöcken auch zu den umfangreichsten. Ein Kursblock umfasst jeweils einen Theorieabend und die dazugehörige Exkursion, sodass insgesamt 12-18 Kurstermine zusammenkommen. In anderen Kantonen werden die meisten ornithologischen Grundkurse mit fünf, teilweise sogar nur vier oder drei Kursblöcken angeboten.

Nur zwei weitere Sektionen im Kanton Bern und eine im Kanton Aargau bieten ihre Grundkurse für weniger als 20 Franken pro Teilnehmende und Anlass an. Die fünf teuersten der von uns gefundenen Kurse verlangen 35–52 Franken pro Teilnehmende und Anlass. Der teuerste Kurs wird von einer Volkshochschule in Bern und nicht von einer BirdLife-Sektion angeboten.

Über die 35 von uns recherchierten Grundkurse hinweg liegt der Durchschnitt bei rund 27 Franken pro Teilnehmende und Anlass. Ein durchschnittlicher Grundkurs mit zehn Terminen würde damit rund 270 Franken kosten. Für eine fundierte und praxisnahe Weiterbildung ist das ein ausgesprochen günstiges Angebot. Daran wollen wir uns im Kanton Solothurn vorerst orientieren. Eine Kursgeldreduktion für Mitglieder einer BirdLife-Sektion ist selbstverständlich möglich. Die Sektionen können dies entsprechend ihren Bedürfnissen und Erfahrungen gestalten.

Ein gutes Beispiel ist der abgeschlossene Grundkurs im Gäu: Die Theorieanlässe wurden jeweils von zwei Leiterinnen oder Leitern durchgeführt. Für die Exkursionen mit 22 Teilnehmenden standen jeweils drei bis vier Leitungspersonen zur Verfügung. Mit den Kursgeldern konnten die Lehrmittel finanziert und den Leitenden pro geleitetem Anlass 100 Franken ausbezahlt werden – für einen zweistündigen Theorieabend ebenso wie für einen halben Exkursionstag.

Danke für das Engagement!

Den Organisatoren und Leiterinnen und Leitern der Kursabende und Exkursionen danken wir an dieser Stelle ganz herzlich für ihr grosses Engagement, das stets auch einen erheblichen Anteil ehrenamtlicher Arbeit bedeutet.

Wir hoffen, dass in unseren Sektionen auch in den kommenden Jahren regelmässig Grundkurse angeboten werden. Denn einen positiven Nebeneffekt dürfen wir nicht vergessen: Aus den Grundkursen gewinnen die Sektionen immer wieder neue Mitglieder, die sich später im Verein engagieren und bei Naturschutzarbeiten mit anpacken. So gedeiht und wächst unsere BirdLife-Familie.

Text: Konrad Zeltner / Richard Bolli

zum nächsten Artikel "Gärten im Klimastress"