Neue Kräfte im Amt für Raumplanung
Mit Thomas Schwaller und Jonas Lüthy gehen diesen Herbst gleich zwei langjährige und wichtige Akteure im kantonalen Naturschutz in Pension. Wir danken beiden herzlich für ihren grossen Einsatz, ihr Engagement und die gute Zusammenarbeit.
Neu übernimmt Barbara Schlup die Leitung der Abteilung Natur- und Landschaft. Dania Genini wird künftig unter anderem für die Betreuung der Naturreservate zuständig sein.
Wir wünschen Thomas und Jonas für ihren neuen Lebensabschnitt alles Gute und freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit Barbara und Dania.
Text: Corinne Suter
Walderpreis für BirdLife Schweiz
Die Hermann und Elisabeth Walder-Bachmann Stiftung zeichnet BirdLife Schweiz, die LPO (Ligue pour la Protection des Oiseaux) Alsace und den NABU (Naturschutzbund) Südbaden für ihr gemeinsames Engagement zum Schutz des Steinkauzes und zur Förderung der Biodiversität in der trinationalen Region aus. Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Walder-Preises wird das Preisgeld in diesem Jahr einmalig auf CHF 100’000 verdoppelt. Zum Steinkauzprojekt
Text: Corinne Suter Bild: Martin Müller

Statistik
Jedes Jahr erfassen die Sektionen von BirdLife ihre vielfältigen Aktivitäten in einer Statistik. Die Vereine von VVS/BirdLife Solothurn zählten Ende 2025 insgesamt 3596 Mitglieder – wobei einige Personen in mehreren Vereinen aktiv sind. Gemeinsam leisteten sie rund 7860 Arbeitsstunden, reinigten 13’703 Nisthilfen und organisierten 15 Schülerexkursionen, 141 öffentliche Exkursionen, 10 Kurse und 38 Vorträge. Ein herzliches Dankeschön an alle, die sich mit so viel Engagement für die Natur einsetzen!
Text: Corinne Suter Bild: Vreni Förtsch

Schwarzstorch: Eine berührende neue Brutvogelart in der Schweiz
Wenn es um Brutvogelarten in der Schweiz geht, dominieren in der Tagespresse leider oft die Negativschlagzeilen. Umso grösser war meine Freude, als die Nachricht von einer neuen Brutvogelart in der Schweiz bekannt wurde: Erstmals konnte hierzulande die Brut eines Schwarzstorchenpaares nachgewiesen werden. Was für eine eindrückliche Sensation!
Der Schwarzstorch ist ein faszinierender, geheimnisvoller Vogel. Anders als der vertrautere Weissstorch lebt er zurückgezogen in alten, geschlossenen Wäldern mit stillen und fliessenden Gewässern. Dort, fernab vom Trubel menschlicher Siedlungen, sucht er in verborgenen Waldbächen nach Nahrung – vor allem nach Fischen.
Gerade, weil Schwarzstörche so empfindlich auf Störungen reagieren und die Nähe des Menschen weitgehend meiden, ist diese Ansiedlung etwas ganz Besonderes. Sie zeigt, wie wertvoll ruhige, naturnahe Lebensräume sind – und wie beglückend es sein kann, wenn eine so scheue Art in der Schweiz einen Platz zum Brüten findet.
Weiterführende Informationen zur Meldung sind hier zu finden.
Text und Bild: Martin Müller


Schmetterlings-Vielfalt hat im Mittelland um 30 % abgenommen
Eine neue Studie der Eidgenössischen Forschungsanstalten Agroscope und WSL zeigt eindrücklich, dass bei der Interpretation von Bestandesveränderungen Vorsicht geboten ist. So vermeldeten in letzter Zeit mehrere Medien, die Schmetterlingsvielfalt habe in den letzten Jahrzehnten zugenommen. Fakt ist aber, dass diese Zunahme gering ist und die früheren Rückgänge keineswegs aufwiegen kann. Konkret haben die Forschenden 1,2 Millionen Datensätze zu Tagfaltern und Totholz-käfern von 1930 bis 2021 analysiert. Es zeigte sich, dass die Vielfalt beider Artengruppen bis in die 1960er-Jahre kontinuierlich zurückging. Danach konnten sich die Totholzkäfer dank extensiverer Forstwirtschaft, Waldreservaten und sich häufenden Sturmereignissen erholen, während sich der Rückgang bei den Schmetterlingen fortsetzte. Seitdem bleibt die Tagfalter-Vielfalt mit Schwankungen etwa auf dem tiefen Niveau der 1980er-Jahre. Etwas ausbreiten konnten sich wärmeliebende Arten aufgrund des Klimawandels. Betrachtet man nur das Mittelland, so sind die Arealverluste der Tagfalter seit den 30er-Jahren mit rund 30 % dramatisch. Ursache ist laut den Forschenden v. a. die Intensivierung der Landwirtschaft. Keine Aussagen macht die Studie zum Rückgang der Insekten-Biomasse: Arten mit sehr wenigen Individuen werden gleich behandelt wie häufige Arten. Wie sich die Biomasse bei den beiden Artengruppen verändert hat, untersuchen die Forschenden derzeit in einer weiteren Studie.
Neff F. et al. in: Nature Ecology & Evolution. doi.org/10.1038/s41559-026-03074-6
Text: BirdLife Schweiz
Damit der Kiebitz wieder fliegen kann: erste «Kiebitzinsel» der Schweiz
Wenn ein Kiebitz über einer Feuchtwiese seine Balzflüge zeigt, ist das ein Hoffnungszeichen. Noch vor wenigen Jahrzehnten gehörte dieser Anblick in vielen Regionen der Schweiz zum Landschaftsbild. Heute brüten landesweit nur noch rund 200 Paare – der Kiebitz ist in der Schweiz stark gefährdet. Seit vielen Jahren setzt sich BirdLife deshalb für den Watvogel ein. Nun hat BirdLife bei Ins (BE) die erste «Kiebitzinsel» der Schweiz geschaffen.
Der Absturz war dramatisch. Von deutlich über 1'000 Brutpaaren Ende der 1970er-Jahre sank der Bestand um die Jahrtausendwende auf ein Minimum von rund 80 Paaren. Dank grossem Engagement von BirdLife und verschiedenen Partnern inkl. Freiwilligen, Landwirt/innen und Behörden konnte das Verschwinden verhindert werden. Der Bestand erholte sich 2015 auf rund 200 Brutpaare – doch seither stagniert er. Der Grund liegt vor allem im ungenügenden Bruterfolg aufgrund der zu kleinen und qualitativ zu schlechten Lebensräume. Zu viele Gelege gehen verloren, zu wenige Jungvögel werden flügge. Der Kiebitz bleibt gemäss Roter Liste weiterhin stark gefährdet. Für BirdLife ist klar: Es braucht mehr als punktuelle Massnahmen. Es braucht Lebensräume, die wirklich funktionieren.
Warum es neue Wege braucht
Früher brüteten die Kiebitze in den weitläufigen Feuchtwiesen entlang der Flüsse oder auf Moorböden. Dort fanden sie viel Nahrung und waren von Prädatoren wie dem Fuchs gut geschützt. Diese Habitate wurden jedoch in der Schweiz fast vollständig zerstört. Heute sind die noch vorhandenen Brutflächen zu klein und oft zu trocken oder zu intensiv genutzt. Hinzu kommt ein hoher Prädationsdruck, insbesondere durch Füchse. Mobile Elektrozäune schützen zwar punktuell, bieten aber keinen dauerhaften Schutz. Der Erfolg hängt oft von günstigen Zufällen ab – von der Witterung oder einem Jahr mit geringem Fuchsdruck. «Wir haben viel erreicht. Aber wir stehen an einem Scheideweg. Ohne strukturelle Verbesserungen wird der Bestand nicht weiterwachsen», sagt Martin Schuck, Leiter Artenförderung bei BirdLife Schweiz.
Eine Insel der Ruhe im Kulturland
Im Grossen Moos bei Ins setzt BirdLife nun konsequent auf ein neues Modell. Auf rund 6 Hektaren hat BirdLife eine «Kiebitzinsel» erstellt: Drainagen wurden geschlossen, Wasser wird gezielt zurückgehalten und Solarpumpen sorgen für einen angepassten Wasserstand, damit die Fläche wieder vernässt wird. Schottische Hochlandrinder schaffen offene, feuchte Bodenstellen und kurzrasige Vegetation – ideale Bedingungen für brütende Kiebitze und ihre Küken. Auf die Brutsaison 2026 hin wurde zudem ein permanenter Festzaun installiert. Er hält Füchse zuverlässig fern und ist für andere Wildtiere ungefährlich. Damit wird erstmals in der Schweiz ein Brutgebiet langfristig und strukturell gegen Bodenprädatoren gesichert. Wenn alle Elemente wie Wasserhaushalt, Habitatstruktur, Beweidung und Schutz konsequent aufeinander abgestimmt werden, entstehen die Voraussetzungen für einen nachhaltigen Erfolg.
Die «Kiebitzinsel» bei Ins ist ein erster wichtiger Schritt. BirdLife ist zuversichtlich, dass sich die Fläche als Vorbild für weitere Projekte etablieren kann. BirdLife unterstützt deshalb interessierte Akteure, Behörden und Bewirtschaftende dabei, ähnliche Projekte von Beginn an koordiniert und aufeinander abgestimmt umzusetzen.
Weitere Informationen zur Förderung des Kiebitzes: www.birdlife.ch/kiebitz
Text: BirdLife Schweiz
